Es war einmal ein kleiner Junge.
Er hatte eine grüne Schnur. An diese Schnur war ein wunderschöner roter Luftballon drangebunden.
Für den Jungen war dieser rote Luftballon an der grünen Schnur in diesem Sommer das Allerallerallerschönste.
Wo immer er hinging ging auch der Luftballon an der Schnur mit ihm ... zum Einkaufen, zum Zahnarzt, zum Spazierengehen mit dem Hund, auf den Spielplatz und sogar zur alten Nachbarin zum Sonntagsnachmittagskaffee.
Wenn er abends ins Bett ging, ließ er den roten Luftballon an der grünen Schnur langsam zur Decke hochfliegen. Dort wackelte der Ballon ihm noch ein kleines Gute-Nacht zu und beide schliefen glücklich ein.
Morgens holte der kleine Junge den roten Ballon an der grünen Schnur wieder herunter von der Decke und sie spazierten in einen neuen schönen Sommertag zusammen.
Eines Tages passierte etwas, wie der Junge fand, ganz Dummes und Trauriges. Er hatte die grüne Schnur aus Versehen losgelassen und der rote Luftballon flog davon, immer höher in den blauen Himmel hinein. Die grüne Schnur winkte dem kleinen Jungen vergnügt zum Abschied zu.
Den Rest des Sommers war der kleine Junge untröstlich. Doch der Herbst kam, die Blätter fielen von den Bäumen, die Schule fing wieder an und er vergaß seinen Ballon.
Es war einmal ein Geschäftsmann, ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann war er. Er reiste auf der ganzen Welt herum. Und weil er ein sehr freundlicher und kluger Mann war, mochten ihn die Menschen überall sehr. So kam es, dass er oft eingeladen wurde und viele neue, interessante Menschen in vielen Ländern kennenlernte. Eines Abends, er war von einem anderen erfolgreichen Geschäftsmann zum Essen eingeladen worden, erzählte ihm dieser eine Geschichte aus seiner Kindheit. Denn man muß wissen, sehr erfolgreiche Geschäftsmänner sitzen gern zusammen, um bei einem guten Abendessen Geschäfte zu machen. Und manchmal, wenn sie sich nett finden, erzählen sie sich auch kleine Geschichten von sich selbst.
Dieser andere Geschäftsmann erzählte ihm also:
als er ein kleiner Junge war, saß er einens Tages an einem schönen Sommerabend unter dem großen, alten Baum im Garten. Er hatte keinen schönen Tag gehabt und war sehr traurig, wie er da so alleine unter dem großen, alten Baum saß. Er legte sich ins Gras und schaute in den Baum hoch, wie er das oft tat, wenn er nachdenken wollte. Da entdeckte er ganz oben in den Ästen etwas Rotes hin- und herwackeln. Es war ein roter Luftballon an einer grünen Schnur. Diese hatte sich in den Ästen des Baumes verfangen. Schnell rannte er ins Haus zu seinem Vater. Der musste die grosse, alte Leiter aus dem Keller tragen und den roten Luftballon aus dem Baum herunterholen.
Als der kleine Junge den Ballon an der grünen Schnur in der Hand hielt, vergaß er sofort, warum er traurig gewesen war und hatte mit dem roten Luftballon an der grünen Schnur den schönsten Sommer, den ein kleiner Junge haben konnte.
Als der Geschäftsmann seine Geschichte beendet hatte, schauten sich beide Männer lange an und wussten, wer die beiden kleinen Jungen mit dem roten Luftballon im schönsten Sommer gewesen waren. Der Geschäftsmann holte eine alte, verblasste grüne Schnur aus seiner Hosentasche. Sie war abgegriffen, schmuddelig und eher grau als grün, aber beide erkannten die grüne Schnur wieder.
Die grüne Schnur war der Anfang einer wunderbaren Freundschaft.
29.09.2014
14.09.2014
13.09.2014
Der frohe Floh
Der kleine Floh war ein sehr froher Floh.
Also - fast immer.
Also - meistens - war er froh.
Denn da gab es etwas, das er sich sehr wünschte, der kleine Floh.
Er war mit seinem Hund und seiner Familie, wo er wohnte, der frohe Floh,
unterwegs gewesen - im Zoo.
Einen Elefanten hatte er gesehn'.
Den fand er bezaubernd groß anzusehn'.
So "ach" seufzte der kleine Floh
so groß zu sein, das mache bestimmt sehr froh!
Von da an wünschte sich's der kleine Floh so sehr,
groß zu sein und dann wurd' ihm ganz traurig das Herz
und schwer.
Eines Tages, er war in der Stadt unterwegs - mit seinem Hund -
da sah er einen Mann, sehr nett, mit vielen Luftballons - bunt.
Der machte tolle Sachen und band sie an Schnüre.
Fliegende Luftballonblumen, -herzen, und -tiere.
Auch ein Elefant war mit dabei.
Da war's mit des kleinen Floh's Traurigkeit vorbei.
Er bat den Mann -könnt er ihn nicht auch aufblasen?
EINmal bezaubernd groß wie ein Elefant zu sein wär' so schön -
mit großen Ohren und langer Nasen.
Der Mann, der lachte von Herzen.
"Kleiner Floh, das würdest Du nicht verschmerzen! Ich hab 'ne Idee.
So machen wir das. Ich puste dir 'nen Ballonelefanten und bind Dich dran.
Dann kannst Du fliegen und die Erde von oben anschaun.
Das wird fein. Du kannst mir vertraun."
So machten sie das.
So flog der kleine Floh -
mit dem Luftballonelefanten -
und war sehr froh.
Er flog immer höher und fand sich ganz toll.
"Die Erde wird immer kleiner - ich bin riesig -Jawoll!"
Als die Sonne am Abend zu sinken begann,
sank auch der Luftballon mit dem Floh daran.
Die Luft entwich langsam aus dem Elefanten, bis der Floh landete -
auf seinem Hund -der trug ihn davon.
Der kleine Floh war nun müde und schlief sofort ein.
Groß zu sein war schön gewesen -doch sich selbst zu sein ...
ach - das war fein!
Der Floh war nun glücklich
Also - immer - JAWOLL!
Er fand jetzt sein Flohsein einfach WUNDERVOLL!!
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